Kein erneuter Meisterzwang für Fotografen

Noch in diesem Jahr soll ein Gesetz zur Wiedereinführung der Meisterpflicht, welche 2004 abgeschafft wurde, unter anderem für gewerblich tätige Fotografen verabschiedet werden. Für diese Fotografen würde die Wiedereinführung der Meisterpflicht einen erheblichen Eingriff in die Berufsfreiheit bedeuten, und auch Bildjournalisten und künstlerisch tätige Fotografen dürften derartige Aufträge dann nicht mehr übernehmen. Der Fotograf, bzw. Foto-Designer ist ein kreativer und künstlerischer Beruf und kein Handwerk. Das sollten die Politiker in Berlin und die Handwerkskammern bei Ihrer Entscheidung zur Einführung im Sommer 2019 berücksichtigen.

Ich halte diese wirtschaftliche Beschränkung nicht für hilfreich und es für groben Unfug, kreative Berufe mit einer Zulassungsbeschränkung zu versehen. Nachweise, wie ein Bachelor-Studium und so weiter ist ganz gut als zusätzliche Referenz. Aber eine „Meisterprüfung“ sollte Berufen vorbehalten sein, in denen es um Sicherheit, Leben und Tod geht oder es sich um rein handwerkliche Tätigkeiten wie z.B. Tischler, Friseur, Schlosser, usw. handelt.

Meine Auftraggeber waren bis jetzt mit meinen Leistungen sehr zufrieden, ohne einen „Meistertitel“.

Sollten Behörden und Kammern bei der Einführung des Meisterzwangs in unserer Branche uns Schwierigkeiten machen, dann sollte man alle rechtsstaatlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um dagegen anzugehen. Das kann ich auch jedem Berufskollegen nur empfehlen. Auch die Berufsverbände, wie AGD und BFF sollten sich dafür starkmachen.

Lutz Engelhardt